Beim oberösterreichischen Glücksspiel-Konzessionär gibt es mehrere offene Baustellen. Die Probleme bei Excellent Entertainment sind vielfältig und hartnäckig. Die Spielerhilfe deckt nun auf, warum die Lösung dieser nicht einfach sein wird.

Hartnäckige Nichtraucherschutz-Verstöße

Aufgefallen ist der Betreiber aus Oberösterreich bisher insbesondere deshalb, weil an vielen Standorten geraucht wird, wie sonst nirgendwo. Volle Aschenbecher, unzählige Zigaretten am Boden und Rauch in der Luft. Die Spielerhilfe zeigte ebenso bereits andere Betreiber an, die sich nicht an die Auflagen hielten. Der Unterschied dabei: Bei Excellent Entertainment kann direkt an den Automaten geraucht werden. Bei den anderen betroffenen Betreibern in Niederösterreich oder der Steiermark gibt es ein sogenanntes “Raucherkammerl”.

In mehreren Kontroll-Touren stellte der Spielerschutz-Verein hartnäckige Verstöße in diesem Bereich fest. Auch bei einer aktuellen Kontrolle wurden erneut ausgedrückte Zigaretten und Aschenreste im Rauminneren bei den Automaten entdeckt. Die spielenden Gäste sind es dort offenbar bisher gewohnt gewesen, hier rauchen zu können. Daran werden nun auch neue “Rauchen verboten”-Schilder nichts ändern. Weshalb es aber trotz bisher vereinzelter Bemühungen sehr schwer sein wird, eine nachhaltige Veränderung herbeizuführen, ist einfach erklärt: Es gibt vor Ort kein verantwortliches Person von Seiten Excellent.

Probleme bei Excellent Entertainment beim Nichtraucherschutz

Bei Kontrollen an verschiedenen Standorten fand die Spielerhilfe erneut Zigaretten und Asche direkt bei den Automaten. Selbst in Tankstellen wird geraucht. Doch auch beim Betreiber Cashpoint war der Genuss von Zigaretten im Rauminneren kein Problem.

Zutrittskontrollen mangelhaft

Doch das Unternehmen hat noch ganz andere Probleme. Bei mehreren Besuchen an diversen Standorten war ein Zutritt zu den Automaten ohne Registrierung möglich. Die Teilnahme am Spiel aber nicht. Dennoch: Der Betreiber muss laut Vorschrift ein funktionierenes Zutrittskontrollsystem haben, welches nicht-autorisierten Personen den Zutritt verwehrt. Sei es wegen einer nicht vorhandenen Registrierung, oder einer aktiven Sperre.

Offene Türe bei Excellent Entertainment
Tag der offenen Türe: Der Zutritt war für nicht-registrierte und gesperrte Personen problemlos möglich.

So traf die Spielerhilfe einen Spieler an, der seit Jahren gesperrt ist. Dennoch verliert er regelmäßig Geld bei Excellent Entertainment. Auf die Frage “wie das denn funktionieren würde”, antwortete er: “Ich gehe rein, irgendjemand borgt mir seine Karte oder Finger, und ich spiele mit meinem Geld am Automaten.” Bis zu 5.000 Euro verliert er so Monat für Monat, sagte er zur Spielerhilfe. Obwohl er eigentlich vom Spiel ausgeschlossen ist.

Anmeldung für Person mit Insolvenzverfahren problemlos möglich

Am 11. Mai 2022 machte die Spielerhilfe den Versuch und ließ eine Person mit aufrechtem Konkursverfahren eine Neuregistrierung bei Excellent Entertainment durchführen. Zu unserem Erstaunen funktionierte das problemlos. Die Person erhielt umgehend die Spielerkarte und verspielte daraufhin – Zigaretten-Genuss inklusive – mehrere hundert Euro an den Automaten der Excellent.

Excellent Entertainment gab in einer Stellungnahme gegenüber der Spielerhilfe bekannt, dass “Bonitäts- und Insolvenzabfragen” von den Kunden gemacht werden. Offenbar nicht standardisiert, denn sonst hätte sich die Person in unserem Test gar nicht registrieren dürfen.

Ein langer, teurer Weg

Bis die von Seiten der Spielerhilfe festgestellten Missstände bei Excellent Entertainment behoben sein werden, wird es ein langer und teurer Weg. Denn beinahe bei allen besuchten Standorten wurde geraucht. Das Unterbinden des Rauchens für die spielenden Gäste wird für Excellent besonders eines bringen: Starke Rückgänge bei den Einspielergebnissen ihrer Automaten.

Für spielende Gäste wird es aber schwer verständlich, weshalb plötzlich nicht mehr geraucht werden darf. In vielen Fällen werden sie sich wohl weiterhin einfach wie gewohnt ihre Zigarette anzünden. Von Seiten Excellent ist aber kein Personal vor Ort, welches diese Vorgänge unterbinden könnte. Bei den vielen Tankstellen-Stationen sind für das Kassapersonal wohl nicht die notwendigen Ressourcen vorhanden, um diese Kontrolle übernehmen zu können. Auch im Bereich der Zutrittskontrollen würde es einer menschlichen Kontrolle bedürfen: Damit nicht weiterhin Türen offen stehen und gesperrte Personen mit fremden Identitäten spielen können.

Schwierige Lösung für einfache Probleme

Nach genauer Analyse der Problematiken bei Excellent kommt die Spielerhilfe zum Ergebnis, dass es keine einfache Lösung sein wird. Es genügt nicht, Rauchmelder im Rauminneren zu montieren, wie es an diversen Standorten aufgrund der Intervention bereits passierte. “Wenn der Rauchmelder piepst, steig ich auf den Sessel und drück auf den Knopf – dann hört er auf”, sagte ein Spieler bei einem Kontrollbesuch.

Excellent Entertainment Rauchmelder
An ein paar Standorten gibt es nun - nach Intervention der Spielerhilfe - Rauchmelder. "Wenn der piepst, drück ich drauf und der hört auf. Fertig", sagt ein Gast zur Spielerhilfe.

Damit die Missstände behoben werden, würde es fixes Personal vor Ort benötigen. Doch Personal kostet viel Geld. Insbesondere dann, wenn maximal drei Glücksspielautomaten pro Standort betrieben werden dürfen. Nur das Personal könnte effizient die Zutritte kontrollieren und rauchende Gäste konsequent dem Lokal verweisen. Es gibt aber auch noch eine Kettenreaktion, denn dann fehlen zusätzlich 30-40 Prozent der Einspielergebnisse wegen dem Nichtrauchen. Also für den Umsatz würde dies bedeuten: Ein Fass ohne Boden. Dadurch könnte das Geschäftsmodell für die Excellent Entertainment letztlich unlukrativ werden.

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