Seit mittlerweile 2 1/2 Jahren kämpft die Spielerhilfe für besseren Spielerschutz. Dabei gab es Erfolge, aber auch Rückschläge. Es ist ein Kampf David gegen Goliath. Nun ist es Zeit für eine kurze Zwischenbilanz.

Schwieriger Anlauf

Die Entwicklung des Spielerschutz-Vereins ging in den letzten Jahren stetig voran. Ganz klein gestartet tat man sich anfangs schwer, Gehör für das Tabu-Thema Spielsucht und Spielerschutz zu finden. Nach und nach sensibilisierte der Verein das Thema zunehmend. Öffentlich, medial und politisch.

“Die anfängliche Aufbau-Zeit war eine ganz harte Aufgabe, noch dazu gegen so eine große Industrie anzukommen, die an vielen Stellen unsichtbare Lobbyisten sitzen hat.”

erinnert sich Günter Altenhofer, Obmann der Spielerhilfe

Man versuchte sich zu positionieren und kämpfte anfangs noch um Aufmerksamkeit. Relativ rasch fand die Spielerhilfe Unterstützung in Politik und bei Medien. Von der Glücksspiel-Branche selbst wurde der Verein von Beginn an intensiv wahrgenommen. “Als unmittelbare Gefahr” eingestuft, könnte man sagen. Denn: Spielerschutz ist an vielerorts nur ein Feigenblatt. Wirklicher Spielerschutz würde der Industrie ein Vermögen ihrer Einnahmen kosten, was man offensichtlich nicht bereit ist, in Kauf zu nehmen.

Positive Entwicklung

Die erste Webseite war im Vergleich zu heute noch sehr minimalistisch gestrickt. Auch die alten Blog-Beiträge sind mit der Qualität von heute nicht mehr vergleichbar. Es hat eine richtige Weiterentwicklung stattgefunden. Die Spielerhilfe drehte viele Schrauben, um den Auftritt und die Wirkung noch professioneller zu gestalten. Im Rahmen von bisher zwei Pressekonferenzen sammelte man zusätzliche Erfahrung, auch im Umgang mit Medien. Die Resonanz der beiden Auftritte war äußerst gut. Weitere Konferenzen in weiteren Bundesländern plane man gerade, so der Verein.

Die Bekanntheit wurde zunehmend ausgebaut. Man sensibilisierte an den richtigen Stellen, um die Sicht und den Fokus auf Spielerschutz zu schärfen. Die Glücksspiel-Betreiber sehen die Spielerhilfe immer noch als Gegner. “Es wird der Industrie aber nichts anderes übrig bleiben, als sich tatsächlichem Spielerschutz zu widmen, daran helfen langfristig auch gefühlt hunderte Lobbyisten nichts”, ist Christoph Holubar überzeugt. Und weiter: “Die Industrie kann sich dem weiter verschließen, oder aber sie kooperiert mit uns, damit wir hier jetzt gleich ansetzen. Ansonsten wird es irgendwann zu einer gesetzlichen Überregulierung kommen – das macht dann für niemanden mehr Spaß”.

Hohe Zugriffszahlen

Von Monat zu Monat steigen die Zugriffe auf die Webseite der Spielerhilfe an. In den Suchmaschinen sind die Themen bereits sehr gut positioniert. Mehr als 60.000 mal pro Monat erscheinen Artikel des Vereins in Google-Suchen. Bis zu 18.000 Seitenaufrufe verzeichnet man monatlich auf der eigenen Webseite. “Google behandelt unsere Seite aufgrund der hohen Qualität der Inhalte und der langen Verweildauer der Besucher schon bevorzugt. Sobald wir einen neuen Beitrag veröffentlichen, dauert es nur wenige Minuten, bis dieser auch bei Google gelistet ist.”, so Holubar.

Erste Zwischenerfolge

Bisher gab es durchaus positive Zwischenerfolge zu verzeichnen. Auf Initiative der NEOS beispielsweise, wurde unsere Kritik der fehlenden zentralen Sperrdatenbank für Spielsüchtige vehement eingefordert. Sie soll nun in der neuen Gesetzesnovelle kommen. Bei den Casinos Austria gibt es seit ein paar Monaten endlich die verpflichtende Spielerkarte, damit die Spiele an den Automaten lückenlos erfasst werden. Hinter vielen laufenden Themen steckt die Spielerhilfe, auch wenn es der Branche nicht immer bewusst ist.

Generell hat der Verein die Branche laufend durch gezielte Aktionen daran erinnert, sauber zu arbeiten. Letztlich hat die Pressekonferenz in Oberösterreich gezeigt, dass tatsächlich Bewegung in die Sache kommen kann. Es wurde hier aufgrund der Konferenz die Evaluierung des Glücksspiels und somit des Spielerschutz angekündigt. Die Spielerhilfe startet bereits in der kommenden Woche mit der Tour durch die politischen Parteiklubs, zu denen sie eingeladen wurde. “Wir werden bei den Parteien viel mehr ins Detail gehen. Und ihnen vor allem sagen, worauf sie bei den Kontrollen der Anbieter und beim Spielerschutz ganz genau schauen müssen.”, sagt Holubar.

Mehrere Puzzle-Teile ergeben ein Bild

Mehrere Puzzle-Teile ergeben ein Bild

Die Spielerhilfe ist seit Beginn an bekannt für ihre kreativen Ansätze, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Erst vor wenigen Tagen kündigte der Verein lautstark an, schon bald die neue “Spielerschutz-Polizei” Österreichs zu werden. Der neue Service befindet sich derzeit in der Entwicklung und wird schon bald veröffentlicht. Verstöße beim Spielerschutz können hier von Spielern selbst gemeldet werden. Diese werden umgehend öffentlich sichtbar und ebenso automatisch den Aufsichtsbehörden gemeldet.

Außerdem startete vor ein paar Wochen in Kooperation mit dem Unterstützungsverein für Geschädigte das Projekt Spielerklage, wo es um die Rückforderung von Spielverlusten geht. Zusätzlich bietet die Spielerhilfe eine Selbstsperr-Möglichkeit, sowie eine Anleitung für die Datenschutz-Abfrage online an.

“Mittlerweile haben wir viele Puzzle-Stücke zusammen gesetzt, um mit wenigen Ressourcen den vielen Geschädigten wirkliche Unterstützung anbieten zu können. Die Einzigen, die nach wie vor keine Freude mit unserer Existenz haben, sind die Glücksspielunternehmen selbst.”

so Holubar abschließend.

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