Es ist Zeit für die Konzern-Chefin, Verantwortung zu übernehmen

Bettina Glatz-Kremsner gilt als politisch äußerst gut vernetzte Person. Verhandelte sie im Jahr 2017 doch an der Seite von Bundeskanzler Sebastian Kurz das Regierungsprogramm mit aus. Seit mehr als 30 Jahren ist sie im Glücksspielkonzern Casinos Austria tätig. Im Jahr 2010 stieg Glatz-Kremsner zur Finanzchefin im Unternehmen auf, im Mai 2019 folgte der Wechsel zur Generaldirektorin. In Interviews bestätigt sie gegenüber Journalisten, wie wichtig Spielerschutz im Unternehmen der Casinos Austria ist und dass sie sich persönlich dafür immer stark gemacht hat.

Uns vorliegende Unterlagen belegen jedoch: Das wahre Interesse an Spielerschutz dürfte in der Realität nicht so groß sein, wie öffentlich publik gemacht. Etliche Spielsüchtige verloren im Haus der Casinos Austria ihre wirtschaftliche Existenz. Äußerst mangelhafte Spielerschutz-Mechanismen der Unternehmensgruppe machen dies möglich.

Keinerlei Reaktion auf Anfragen

Wie groß die Leidenschaft für Spielerschutz von Glatz-Kremsner tatsächlich ist, zeigen außerdem viele erfolglose Anfragen im Bereich Spielerschutz an Glatz-Kremsner selbst. Der Verein Spielerhilfe erhielt auf E-Mails und WhatsApp-Anfragen, trotz erfolgreicher Übermittlung und “Gelesen”-Status, bis heute keinerlei Rückmeldung. Für den Verein macht es ganz deutlich den Eindruck, dass Glatz-Kremsner keine Verantwortung für diese Verfehlungen übernehmen möchte und das unliebsame Thema lieber aus- und totschweigt.

Brisante Aussagen vor dem Ibiza U-Ausschuss

Am 10. September 2020 war Glatz-Kremsner vor dem Ibiza Untersuchungsausschuss als Auskunftsperson geladen. Ihre Aussagen sind teils brisant. Das vorliegende 71-seitige Protokoll bestätigt, dass Spielerschutz oft nur eine Worthülse ist und tatsächlicher Schutz für Spielsüchtige nicht das primäre Ziel des Konzerns ist, so die Meinung des Verein Spielerhilfe. Immerhin weiß man im Unternehmen der Casinos Austria schon lange, dass der Großteil der Spielumsätze von Spielsüchtigen kommt.

Spielerhilfe deckt doppeltes Spiel von Glatz-Kremsner auf

Der Verein sammelte mittlerweile genügend widersprüchliche Aussagen, Belege und Themen zu Glatz-Kremsner, die nun dazu veranlassen, diese in Form einer eigenen Webseite zu veröffentlichen. Auf der Seite https://2gesichter.at veröffentlicht der Verein Spielerhilfe in Kürze nach und nach diese Dokumente, die das doppelte Spiel der Konzern-Chefin belegen werden. Aus Sicht des Vereins ist es völlig unverständlich, dass eine Managerin in der Rolle der Generaldirektorin hierzu keine Verantwortung übernehmen kann, oder schlicht nicht Willens ist, dies zu tun.