Verein bringt umfangreiches Schutzpaket für Spielsüchtige

Der Spielerschutz in Österreich befindet sich auf einem erschreckend niedrigen Niveau. Die gesetzlich im Glücksspielgesetz geregelten Schutzmaßnahmen für Spielsüchtige können nicht als effektiver Schutz dargestellt werden. Das Fehlen einer zentralen Sperrdatenbank und vermutete Umgehungsversuche von Glücksspielunternehmen hinsichtlich Handhabung von Selbstsperren sind Anlass genug für den Spielerschutz-Verein mit einem eigenen Schutz-Angebot unter https://spielersperre.at zu starten.

Online-Plattform für österreichweite Spielsperre

Die Spielerhilfe wird demnächst eine Online-Plattform präsentieren, über die sich betroffene Spielsüchtige mittels einer schnell durchführbaren Registrierung samt Video-Identity-Check anmelden und via Online-Konto mit wenigen Mausklicks österreichweit bei allen Glücksspielbetreibern sperren lassen können. Sowohl für Online-, aber auch Betreiber von stationärem Glücksspiel. Für die zuverlässige Sperre stehen im Hintergrund der Plattform Juristen, die auf diesem Gebiet vielschichtig tätig sind, und durch diese die Sperren auch bei den Glücksspielunternehmen eingefordert werden.

Die Selbstsperre wird rechtlich geprüft an alle Betreiber abgeschickt. Etwaige Verstöße im Bereich von nicht umgehend greifenden Spielsperren werden von der Spielerhilfe überwacht und sofern notwendig wird diesen durch die Juristen, welche von den Betreibern beauftragt sind, nachgegangen.

Das Einzige, was uns hier interessiert, ist funktionierender Spielerschutz. Es genügt nicht, wenn die jeweiligen Regierungsparteien, Finanzministerium und Glücksspielbetreiber ständig und über viele Jahre hinweg betonen, wie gut angeblich Schutzmechanismen im Bereich des Glücksspiels in unserem Land funktionieren. Fakt ist, dass es bis heute keinen effektiven Spielerschutz in Österreich gibt. Die angekündigte Lösung der Spielerhilfe stellt eine enorme Verbesserung des derzeitigen Schutzniveaus dar.

Christoph Holubar als Sprecher des Vereins Spielerhilfe.

Nutzung für Betroffene völlig kostenfrei

Die angebotenen Dienste werden für Interessierte unentgeltlich angeboten und durch den Verein finanziert. In weiterer Folge sollen auch weiterführende Möglichkeiten über die Online-Plattform für die Betroffenen existieren, welche in Kürze vorgestellt werden.

Plattform kommt im Wirkungsbereich einer zentralen Sperrdatenbank Spielsüchtiger gleich

Der Online-Service, hinter deren Idee und Umsetzung die Spielerhilfe steht, hat den Effekt einer österreichweiten Sperrdatenbank für Spielsüchtige, die eigentlich schon im Gesetz seit dem Jahr 2010 vorgesehen ist. Nur umgesetzt wurde sie bisher nicht. Ganz offensichtlich lobbyieren hier Glücksspielunternehmen gegen die Einführung dieser Datenbank. Immerhin ist davon auszugehen, dass ihnen durch ihre Einführung viel Geld entgehen würde.

Ansprache der Zielgruppe über soziale Medien, Google und Beratungsstellen

Damit die neue Plattform auch bei den betroffenen Personen bekannt wird, investiert der Verein Geld in die flächendeckende Werbung, um die Zielgruppe effizient zu erreichen. Dabei wird unter anderem auf soziale Medien und Google gesetzt. Auch Beratungsstellen sind mögliche Partner im Kampf für besseren Spielerschutz und dessen Bekanntmachung.

Wenn der Gesetzgeber hier versagt oder kein ernst gemeintes Interesse zeigt, einen ordentlichen Spielerschutz auf die Beine zu stellen, benötigt es eben die Spielerhilfe, die für diesen Schutz sorgt. Die Sperren sind digital einreichbar und benötigen keinen Papierkram. Ebenso werden natürlich alle Datenschutz- und DSGVO-Bestimmungen eingehalten.

so Christoph Holubar, Sprecher der Spielerhilfe zum aktuellen Projekt.

Spielerhilfe ist völlig unabhängig

Der Spielerschutz-Verein ist stolz darauf, völlig unabhängig in seiner Arbeit zu sein. Etliche andere Spielerschutz- beziehungsweise Beratungs-Einrichtungen stehen auf den Spendenlisten von Glücksspielunternehmen und werden dadurch in ihrer Arbeit gelähmt, so die Meinung des Vereins. Durch die einhundertprozentige Eigenfinanzierung durch seine Mitglieder ermöglicht dies einen ganz effektiven Fokus auf Spielerschutz und Aufklärung – ohne Rücksichtnahme auf mögliche Interessen der Glücksspielbetreiber.