Den Ankündigungen müssen nun gezielte Maßnahmen folgen

Seit Bestehen des Vereins kritisiert dieser immer wieder, dass im Finanzministerium ein Interessenskonflikt im Bereich des Glücksspiels herrscht. So etwa ist die Stabsstelle für Spielerschutz im Finanzministerium angesiedelt, welches gleichzeitig auch die Steuern aus Glücksspiel einnimmt. Es ist bereits belegt, dass der Spielerschutz verschleppt wurde. Zum Leid vieler Betroffener in Österreich.

Gezielte Änderungen nötig

Die nun aufgrund der medialen Thematik – rund um den Beschuldigten-Status von Finanzminister Gernot Blümel – angekündigten Entflechtungen im Bereich Glücksspiel begrüßt die Spielerhilfe. Den Ankündigungen müssen nun jedoch rasch gezielte Taten folgen. Es darf sich nicht erneut um Lippenbekenntnisse handeln.

Es geht um besseren Spielerschutz. Die derzeitige Situation ist mehr als unbefriedigend. Das Wort „Spielerschutz“ ist in vielen Situationen oft nur eine Worthülse, weil sie gut klingt und das Bild sozialer Verantwortung zeichnen soll. Wirklich effektive Maßnahmen werden in der Praxis jedoch nicht angewendet, so die Meinung des Vereins.

Spielerhilfe bietet Beratung für politische Entscheider

Die Spielerhilfe weiß, wie guter Spielerschutz auszusehen hat. Da die meisten Mitglieder selbst ehemals spielsüchtig sind, ist das Wissen um die Realität beim Spielerschutz sehr groß. Es genügt nicht, Studien zu lesen und aufgrund dieser zu entscheiden. Es sollte bei dem hoch sensiblen Thema ein enger Bezug zur Praxis und dem Ist-Zustand hergestellt werden.

Der Verein unterstützt die bereits verfolgten Änderungswünsche im Bereich Spielerschutz. Stephanie Krisper (NEOS) sowie Jan Krainer (SPÖ) haben hier bereits gute Vorschläge eingebracht. Entschließungsanträge dahingehend wurden leider bisher abgelehnt. Der ÖVP-Abgeordnete und Klubobmann August Wöginger zeigte bisher keinerlei Interesse an einer Diskussion. Es gilt nun, diese bereits im Regierungsprogramm angekündigten Schutzmechanismen tatsächlich umzusetzen. Für Betroffene ist dieses derzeit äußerst niedrige Schutzniveau besonders unbefriedigend.

Abschaffung der Spielerschutz-Eigenverwaltung berücksichtigen

Es benötigt außerdem dringend eine gesetzliche Veränderung, damit die Spielerschutz-Agenden nicht länger in Eigenverwaltung der einzelnen Glücksspielbetreiber stattfinden dürfen. Alle Schutzagenden müssen übergeordnet und zentral angesiedelt sein. Der tagtägliche Interessenskonflikt „mehr Umsatz oder Schutzmaßnahmen“ im Haus der Glücksspielbetreiber muss endlich ein Ende haben.

Wir werden unser Bestmögliches tun und die Politik mit den richtigen Informationen versorgen. Der Spielerschutz in Österreich ist katastrophal. Doch die politisch handelnden Personen haben nicht immer das richtige Bild im Kopf, da sie selbst oft nur ganz wenig Berührungspunkte mit Casinos haben. Wir wollen also, dass hier ein aktueller Wissensstand vorliegt.

so Christoph Holubar, Sprecher des Verein Spielerhilfe.

Warnung vor befangenen Beratern aus Glücksspiel-Umfeld

Gleichzeitig spricht der Verein eine Warnung aus, sich auf Informationen zu verlassen, die von Hilfseinrichtungen kommen, welche nachweislich in einer Art Befangenheit stehen. So etwa sprach Dr. Roland Mader vom Anton Proksch Institut in den letzten Monaten mehrfach davon, dass der „Spielerschutz in Österreich gut“ sei. Doch diese Ansicht ist weit weg der Realität. Viel mehr wird hier eine Art Befangenheit vermutet, denn das Anton Proksch Institut steht auf der Spendenliste der Novomatic-Tochter Admiral. Auf der veröffentlichten Spendenliste stehen noch viele weitere Beratungsstellen und Einrichtungen. Der Verein Spielerhilfe hingegen steht in keinerlei finanzieller Verflechtung mit dem Glücksspiel.

Es muss bei allen beteiligten Personen endlich der richtige Wissensstand vorliegen, wie es tatsächlich um den Spielerschutz und die Verflechtungen im Bereich Glücksspiel in Österreich steht. Es gehört nun gehandelt!

so Holubar abschließend.